Vergangenen Montag bin ich nach Brüssel auf ein Seminar gefahren. Dabei habe ich mich geärgert. Ganz mordsmäßig geärgert. Über den Monat Fahrverbot, den ich mir Anfang des Jahres aus Unachtsamkeit eingehandelt hatte. Denn ich habe am Montag erlebt, dass das nicht hätte sein müssen, wenn wir in Deutschland eine halbwegs vernünftige Strategie gegen den Schilderwald entwickeln würden.
Wenn man nach mehreren Stunden Autobahnfahrt auf die A4 in Richtung Berlin einbiegt, fährt man durch einen Schilderwald ständig wechselnder Geschwindigkeitsbegrenzungen. 100, 130, unbegrenzt, 130, 100, 130, 100, moment … wie war das letzte Schild nochmal? Hab ich eins über … Blitz. Muss das sein? Muss ich mir beim Fahren ständig neue Informationen im Kurzzeitgedächtnis abspeichern, die mich nur von dem ablenken, was eigentlich wichtig ist, dem Verkehr? Muss es sein, dass ich dafür, dass ich besser auf den Verkehr als auf ein Schild geachtet habe, Geld bezahlen und meinen Führerschein abgeben muss?
Nein, es muss nicht sein. Ab der holländischen Grenze wird einem das schlagartig klar. Kein Schilderwald mehr. Warum? Weil jeder weiß, dass hier auf Autobahnen 120 km/h gefahren werden darf. In Belgien ganz genauso. Zusätzliche Einschränkungen gibt es wenige. Und man sollte es nicht glauben: Die Leute halten sich dran. Ist ja auch einfach, man muss sich nämlich nur eine einzige Zahl merken. Meinem Gefühl nach fließt der Verkehr besser und auch stressfreier als auf deutschen Autobahnen.
Ich glaube, wir können das noch deutlich optimieren.
< Dana mit Turbolilihip auf dem Altstadtfest in Speyer | Irland-Trip September 2007 >
Liebe Dana, ich bin genau Deiner Meinung. Nachdem ich selbst, genau wie Du, aus Unachtsamkeit bereits zweimal meine Lizenz für 4 Wochen abgeben musste, habe ich mein Fahrverhalten total umgestellt. Es bringt einem persönlich gar nichts, wenn man sich beim Autofahren unter Zeitstress setzen lässt und dann meint, die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen überschreiten zu müssen. Die Zeitersparnis ist so gering, dafür der Benzinverbrauch höher, der Stressfaktor unnötig hoch, damit das persönliche Wohlbefinden geringer und nicht zulett auch die Sicherheit für einen selbst auch und andere Verkehrsteilnehmer höher.
Mir hat hier die exessive Benutzung des Tempomaten unheimlich geholfen. Ortschaft: Strich 50km/h, den Tempomaten an und Fuß von Gas. Genauso bei 70er Zonen sowie Landstraßen mit 100, und auf der Autobahn rastet dieser bei mir auf 120 ein. Dann lehn ich mich zurück, leg eine entspannende Musik ein, und lass die anderen, wenn sie unbedingt wollen, an mir vorbeiziehen :-)
Ich war in den letzten Jahren ein paar mal in USA, dort gab es schon immer Geschwindikeitsbegrenzungen, deutlich unter den unsrigen. Der gesamte Verkehr ist deutlich fließender und stressfreier. Ich würde jederzeit befürworten, die Höchst-Geschwindigkeit auf deutschen Autobahnen auf 120km/h zu begrenzen. Dafür auch Überholverbot für LKWs ausweiten, z.B. generelles Überholverbot für LKWs auf Autobahnen mit weniger als 3 Spuren.
— Roland Jul 30, 15:47 #