Yamaha CP-33: Erste Eindrücke · 5. Juli 2007

Meine ersten Eindrücke zum neuen Stage-Piano-Modell der “Mittelklasse” von Yamaha: dem CP-33.

Zuallererst das Wichtigste:

Tastatur: hervorragend. Ganz große Leistung. Kenne kein anderes Gerät in der Preisklasse mit ähnlich authentischem Spielgefühl. Auch das FP7 konnte im direkten Vergleich (stand direkt daneben) nicht mithalten, Kawai MP5 weit abgehängt (beide Tastaturen federn deutlich stärker an den Finger zurück, und fühlen sich weniger solide an). Präziser Druckpunkt, kein bisschen Plastikgefühl, sauber am Tastenboden, die Tasten sind fest, stabil und griffig, kein Nachfedern oder wackeln, die Abstimmung mit den eingebauten Piano-Sounds ist gut gelungen, das dynamische Verhalten hat mir sehr gut gefallen.

Dann vorneweg die Einschränkungen: Das Piano ist ein Off-the-shelf-Produkt. Viel einzustellen gibt es nicht (Frau freut sich, kein wildes Knöppewirrwarr und verworrene Menüstrukturen). Die Auswahl an Sounds ist begrenzt (alle hab ich noch nicht durchgehört, mir kam’s in erster Linie auf die Pianos an). Allerdings sind die wenigen Funktionen ziemlich übersichtlich angebracht, und per Taster erreichbar (Halltypen, Effekttypen, und eine n Schalter für bright/normal/mellow).

Die Piano-Sounds an sich sind gut abgestimmt, unterscheiden sich aber deutlich von den im CP300 verwendeten Sounds. Insgesamt kann man sagen, dass das CP300 stärker für den Band-Einsatz abgestimmt ist. Die Sounds des CP300 sind drahtiger, aber in der Brillianz auch feiner. Dass die CP33-Sounds das nicht sind, empfand ich allerdings beim Abhören nicht als Nachteil. Im Gegenteil, ich fand die ein oder andere Überraschung:

Verglichen mit dem P250 kommt mir die Saitenresonanz etwas “ruppiger”, aber dafür auch modulationsreicher vor, was den Sounds insgesamt etwas mehr “Leben” verleiht. Sie klingen dadurch etwas weniger “offen” wie die CP300-Sounds, allerdings insgesamt immer noch viel offener als z.B. die Kawai-Sounds (ich meine damit nicht “dunkel”. Das, was ich dort höre, zu beschreiben, fällt mir schwer. Wahrscheinlich sind es Kompressionseffekte bzw. das Fehlen dieser.)

Die üblichen modernen Klavierklänge erhält man vom CP33, auch wenn mein erster Eindruck ist, dass das Instrument nicht ganz so drahtig und “clean” ist, wie man es von anderen Yamaha Stages her kennt. Der Einsatzzweck ist wohl ein anderer: Es wurde mehr an den Allround-Piano-Einsatz gedacht.

Die Überraschung dabei: Man kann den hellen “Stage Grand” nicht nur durch (die wohl kombinierte) Brillianz/EQ-Einstellung modifizieren, sondern als Variation des “Grand Piano 1” findet man ein “Mellow Piano 1”. Das ist nicht, wie beim P250, einfach fahler wie der Grand, sondern hat per se eine deutlich dunklere Klangfarbe, man hat den Eindruck: Es ist ein anderer, klassischer klingender Flügel. Und hier erhält man auch das, was so oft bemängelt wurde: Je sanfter man anschlägt, desto dunkler wird die Klangfarbe. Beide Sounds lassen sich über die EQ-Einstellungen in dunklere oder hellere Klangfarben verwandeln.

Der Grand 2 ist ein deutlich komrpimierter klingender Flügel, dürfte sich ganz gut für Pop-Musik eignen. Als Variation davon gibt’s dann noch das Rock-Piano, das nicht einfach ein metallisch hell klingendes “Yamaha Grand” ist (wie vom P250 her bekannt), sondern ein etwas resonanterer Pop-Grand. I like.

Alles in allem halte ich diese Piano-Sounds sehr gut einsetzbar, jeder für seinen eigenen Stil, und auch für Klassik oder Jazz ist ein geeigneter Piano-Sound dabei.

Die Vintage-E-Pianos (es gibt einen Rhodes-Sound und einen Wurly-Sound) können ebenfalls per Effekt verändert werden (also Effekt-Wählschalter, nicht Effect-type und “send”), und klingen “okay, wenn man sie ab und an mal braucht”. In einer Rock-Band würde ich sie dagegen nicht einsetzen wollen. Die Effekt-Tiefen lassen sich übrigens im Master-Modus für die ausgewählten Klänge doch einstellen.

Die Bedienung ist supereinfach und intuitiv, auf überflüssigen Schnickschnack wurde komplett verzichtet. Manko: Das Display ist 3stellig digital und kryptisch. Hier wurde überall gespart, nur nicht an Tastatur und nicht an Klang. Das Design kann isch obendrein sehen lassen: Schlicht, aber elegant. Eigentlich genau das, was Frau haben möchte. Die Piano-Klänge halte ich für die Mittelklasse für hervorragend: Vier grundsolide Piano-Klänge für verschiedene Stilrichtungen (die alle brauchbar sind, und man sich nicht wie üblicherweise “nur einen wirklich anhören kann”) und die typischen Anti-Yamaha-Slogans “Klang zu clean” oder “Klang zu drahtig” lassen sich bei diesem Gerät beim besten Willen nicht halten. Die gibt’s zwar auch, aber nicht nur.

Den abgespeckten Master-Modus mit nur 2 Zonen hatte ich schon angesprochen. Diese können aber jeweils einen internen sowie externen Klang ansteuern und die Lautstärke ist am Gerät regelbar. Für mein Live-Setup ist das ausreichend, da ich ohnehin noch eine Orgel und einen Synthesizer mit eigenen Tastaturen spiele. Also brauch ich eher “mal ab und an eine Layer” oder “mal ab und an was in der linken Hand”.

Flach, handlich, leicht, genau die Tastatur, die ich in meinem Setup haben möchte, und man kann mit dem Piano durchaus auch Acoustic-Gigs bestreiten. Alles in allem genau das, was ich von einem 1200-Euro-Piano erwarte. Aber eben auch nicht mehr. Wer gerne Sounds schraubt und verändert, wird mit diesem Piano bestimmt nicht glücklich.

Ein Goodie: Der anflanschbare Notenständer des P250 passt auch in die Bohrungen des CP33 auf Anhieb ohne Biegen und Nachdrücken. Ausgeliefert wurde das Gerät ohne. Problem solved. Als Nachteil erachte ich das externe Netzteil: ein einfaches flaches “Radio-Kabel” aus dem Rack zur Stromversorgung wird nicht funktionieren.

Liebe Grüße

Dana

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  1. Hallo Dana

    Seit ein paar Tagen bin ich in (stolzem) Besitz eines Yamaha CP-33 Stage-Pianos.

    Nun habe ich aber ein Problem mit der MIDI-Konfiguration.

    Ich möchte einerseits die internen Sounds mit der Tastatur anspielen (Master-Switch off), dann aber (Master-Switch on) auch ein externes Soundmodul via MIDI ansteuern. Dies soll durch „entweder – oder“ passieren, d.h. ich will nicht, dass sich diese Sounds überlagern (keine Layers).

    Leider habe ich festgestellt, dass ich nicht in der Lage bin, die CP-33 internen Sounds isoliert zu spielen, solange die physische MIDI-Verbindung vom CP-33 zum externen Soundmodul besteht. Ein Sound des externen Soundmoduls schwingt zusätzlich noch mit.

    Ich habe (so glaube ich wenigstens) alles ausprobiert, um zu bewirken, dass bei „Master off“ kein MIDI-Signal zum externen Soundmodul gelangen kann (z.B. unter: Master-Edit-Parameter/*.03 MIDI-Sendekanal für Master-Modus/off)

    Im Übrigen möchte ich die zwei Sound-Quellen immer mit allen 88 Tasten anspielen können. Ich nehme an, dass dies irgendwie auch mit diesen“ Zone Control“-Reglern gemacht werden kann (... diese hab ich sowieso nicht ganz begriffen)

    Also, nochmals zusammengefasst:

    ? Das CP-33 soll im „Master off“-Modus beim Anspielen aller 88 Tasten nur die internen
    Sounds reproduzieren.

    ? Das CP-33 soll im „Master on“-Modus beim Anspielen aller 88 Tasten nur die Sounds des
    externen Soundmoduls wiedergeben.

    Dies tönt eigentlich einfach und ist mit einem normalen Master-Controller-Keyboard gar kein Problem. Ich denke aber, dass ich bei diesem CP-33 irgendwie den Überblick über diese Master-Edit-Funktionen mit den „Zone 1 und 2“ Reglern nicht habe.

    Du kennst dich ja mit diesem Yamaha CP-33 Stage Piano aus. Hast du eine Lösung?

    Liebe Grüsse

    Urs


    Urs Egli    Jun 22, 12:46    #

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