Da wir letzte Nacht Mittsommernacht feierten, will ich die Gelegenheit zum Anlass nehmen, einen näheren Blick auf die heidnischen Feste zu legen. Denn sie sind systematischer angeordnet, als man zunächst denken mag:
Die 8 gleichmäßig über das Jahr(esrad) verteilten Feste lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Die Sonnwend-Feste (jeweils am 21. März, Juni, September und Dezember) sowie die Mond-Feste, heute festgelegt immer auf den Anfang eines Monats (November, Februar, Mai und August), die Anfang und Ende des heidnischen Jahres sowie Erntedank und das neue Licht gefeiert werden.
Das heidnische Jahr beginnt in der Nacht auf den 1. 11 (dem allbekannten Halloween. Das Wort Halloween ist eine Abkürzung für All Hallow’s Evening -> Hallow’s E’en, in christlicher Tradition Allerheiligen.
1. 11.—Samhain (auch: Halloween)
Das heidnische Jahr (und auch der Winter) beginnen am 1. 11. An diesem Tag soll das Tor zur Anderswelt offen stehen, und die Geister der Ahnen wach werden. So schließen Vergangenheit und Gegenwart ihren Kreis. Samhain ist auch als Totenfest bekannt.
1. 2.—Imbolc (auch: Candlemas, Lichmess, “Reinigung”)
Ähnlich wie Samhain wurde auch Imbolc von der katholischen Kriche vereinnahmt. Ursprünglich war es das fest der Brigit, einer der dreifaltigen Erscheinungen der keltischen Muttergöttin Dana (nämlich die Jungfrau). So ist Imbolc ein Fest der Erde und der Fruchtbarkeit, das Fest des “neuen Lichtes” ganz im karmischen Sinne eines neuen Anfangs, einer neuen Chance, der Verwandlung. Im Sanskrit bedeutet Dana soviel wie Himmelswasser (Und somit ist Imbolc künftig auch mein Fest :)
1. 5.—Beltaine (auch: Beltane, Walpurgisnacht)
Beltaine stellt den Übergang vom Frühling zum Sommer dar. Es ist auch als Blumenfest bekannt. Bel ist der keltische Gott des Lichts, dessen Feuer zu diesem Fest erneuert werden sollen. Bel kennt man im mittleren Osten auch als Baal.
1. 8.—Lughnasad (auch: Lammas)
Anfang des Herbestes, und erstes der drei Erntefeste Lughnasad, Samhain, Mabon. Herkunft des englischen Wortes ist wohl eine Kurzform von loaf mass, d.h. als Erntedank wurden einige Laib Brot geopfert. Im keltischen ist es das Fest des Gottes des Lichts, Lugh.
Die Sonnenfeste:
21. 3.—Alban Eilir (auch: Ostara, Summer Finding)
Die Kirche vereinnahmte das germanische Wort Ostern, als sie Ihr Paschah-Fest auf den Frühlingsvollmond verlegte. In altgermanischer Tradition ist es das Fest der Ostara, der Göttin des jungen Lichts, die vielleicht auch zur Gruppe der Vanen gezählt werden kann, wie z.B. Freya und Freyr, die auch an diesem Tag verehrt werden können.
21. 6.—Alban Hefin (auch: Litha, Grian-Stad, Summer Solstice, Mittsommer)
Am längsten Tag des Jahres feiert man mit einem großen Feuer das Bewusstsein, dass der höchsten Blüte des Seins im karmischen Kreislauf unweigerlich ein Abstieg folgen muss. In keltischer Tradition ist das Fest den Muttergottheiten gewidmet.
Interessanterweise dauert mein Heuschnupfen von Beltaine bis zur Mittsommernacht. Genauer gesagt vom auf Beltaine folgenden Neumond bis zum auf die Mittsommernacht folgenden Vollmond. Aber das ist bestimmt wieder alles nur Zufall :)
21. 9.—Alban Elfed (auch: Mabon, Herbstequinox)
Autumn Solstice, das “Licht des Wassers” bzw. “Licht des Herbstes”. Der Begriff Mabon ist wohl ähnlich wie Ostara eine neuere Erfindung, dem “göttlichen Kind Mabon” (Sohn) geweiht. Es ist das letzte Fest im Jahresrad, der Sonnengott stirbt, um wiedergeboren zu werden.
21. 12.—Alban Arthuan (auch: Jul, Yule)
Das Winter Solstice ist wohl der keltische Urprung für Christmas. Der Legende nach heißt es Das “Licht von König Artus”, der am 21. 12. geboren sein soll. Das Fest ist auch bekannt unter dem Namen Jul, nach dem angelsächsischen Yula (Rad des Jahres). Den Yule Tree zu schmücken war ursprünglich auch eine heidnische Tradition, wie das Verbrennen des Yule Log, das der großen Muttergöttin gewidmet war.
Nun noch eine Kleinigkeit für Insider. Ich wurde am 23. Juni 1971 geboren. Am 22. Juni 1971 war Neumond. Ich feiere am 23. Juni 2005 auf die ein oder andere Art und Weise eine Wiedergeburt. 2005 fällt der Vollmond auf: den 22. Juni 2005. Gleiche Phasen, nur eben umgekehrt. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs von mystischen Dingen, die ich in den letzten Monaten um dieses Ereignis gefunden habe.
< The Zen of Energy | Zhuangzi - Harry Potter Gegenlektüre >
Was für ein Zufall ! Ich wurde am 24. Juni 1970 geboren. Fast Tag für Tag einen Jahr vor Dir…
— Brigitte Jan 31, 18:14 #
Gequirlter Unsinn was hier zu den Festen geschrieben wird… zieht euch mal richtige Literatur rein! Alleine schon die unsinnigen “Alban-irgendwas-Bezeichnungen”
— Andy Jun 28, 21:30 #