Die 10 Gebote - neu aufgelegt · 24. März 2010

Wir sind, wer wir sind.

Ursprung: Ich bin, der ich bin.
Wir alle sind Lebewesen, Teil des Universums, Teil der All-Seele. Wir bestehen aus dem, was wir sind, völlig wertfrei. Wir sind nicht von Natur aus gut oder schlecht, wir existieren als Teil der All-Natur. Keiner ist besser oder schlechter als der andere.
Wir “sind” einfach.

Auch Götterverehrung folgt der kosmischen Ordnung.

Ursprung: Du sollst keine Götter neben mir haben.
Die Verehrung anderer Götter entbindet nicht aus dem Gesetz der kosmischen Ordnung, aus der alle Dinge hervorgegangen sind. Die kosmische Ordnung ist universell, alle Phänomene sind ihr unterworfen. Man kann sich ihr nicht durch Götterverehrung entziehen.

Ein Bildnis zu verehren führt selten zur mystischen Erfahrung.

Ursprung: Du sollst dir kein Bildnis machen.
Die Verehrung eines Bildnis ist kein Ersatz für die reine Wahrnehmung der Verbidnung aller Wesen mit dem Universum. Die Verehrung eines Sinnbilds anstatt des Strebens nach der reinen Wesenserfahrung ist aus der logischen Welt heraus geboren, bei der man sich einen materiellen Vorteil statt der mystischen Erfahrung verspricht. Diesem Weg zu folgen führt nicht zur reinen Wahrnehmung, da er innerhalb der Welt der verstandlichen Dualität gefangen bleibt. Ein Sinnbild kann jedoch eine Hilfe für die Konzentration der Psyche, für die Kontemplation sein, so lange sie nicht zum Fetisch erhoben wird.

Benutze Begriffe um die All-Natur zum Nutzen aller.

Ursprung: Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen.
Benutze die Begrifflichkeiten um die All-Natur, den Gottesbegriff, und ihre Gesetzmäßigkeiten nicht, um anderen zu drohen, sie auf Irrwege zu führen oder Dir selbst einen Vorteil daraus zu erhoffen. Versuche, durch rechte Sprache so zu wirken, dass möglichst viele in die Lage versetzt werden, die reine Wahrnehmung, fernab des durch die logische Zergliederung und Wertung verursachten Leids, ihre Verbindung zur All-Natur wahrzunehmen und zu erfahren.

Ein Tag bleibt der Wahrnehmung vorbehalten.

Ursprung: Gedenke, dass du den Sabbat heiligst.
Unsere heutige Welt verlangt von uns immer mehr das Leben in der Welt des Ichs, in der Welt des logischen Verstandes. Die Welt verlangt von uns, dass wir uns in sie einfügen. Ein Tag in der Woche hat die mechanistische, rationale Welt nicht unser Leben zu bestimmen. Ein Tag in der Woche muss Zeit bleiben für die Besinnung, für das Streben nach der Erfahrung der kosmischen Verbindung.

Ordnendem wie dynamischem Prinzip, dem “Männlichen” und dem “Weiblichen”, sowie uns selbst und dem, aus dem wir geboren sind, gebührt gleichermaßen Respekt.

Ursprung: Du sollst Vater und Mutter ehren.
Weder existieren wir ohne unsere Vorfahren, noch existiert eine Seite einer Dualität ohne die andere. Alle Erscheinungen bedingen einander innerhalb der universellen Ordnung, sie gehen auseinander hervor. Teile der All-Natur abzuurteilen ist ein Produkt des zergliedernden Verstandes in der Welt von Vorteil und Nachteil. Sie helfen nicht auf dem Pfad zur mystischen Erfahrung. Männliches und Weibliches (und die Mannigfaltigkeit ihrer Erscheinungsformen), sämtliche Dualitäten in allen Zwischenfarben ihres Daseins, unterscheiden sich nicht in ihrem Wert. Sie haben alle ihre Daseinsberechtigung als Teil der All-Natur.

Respektiere alles Leben.

Ursprung: Du sollst nicht morden.
Alle Lebewesen sind Erscheinungen der All-Natur, Teil des Kosmos. Gehe respektvoll mit ihnen um, so dass sich der Lauf des Kosmos in seinem Gleichgewicht fügen kann. Du bist ein Teil des Kosmos. Man kann sich keinen Vorteil verschaffen im Lauf der Welten dadurch, dass man ein Lebewesen umbringt. Der Vorteil, den wir uns versprechen, führt uns nicht zur mystischen Wahrnehmung, sondern hält uns im Fluss der rationalen Zergliederung fest.

Opfere eine Verbindung zu einem Menschen nicht für kurzfristige Befriedigung körperlicher Lust.

Ursprung: Du sollst nicht ehebrechen.
Menschliche Zweisamkeit, erlebt in Harmonie und Ergänzung, kann eine wunderbare Erfahrung eines Aspekts der All-Natur sein. Man sollte sie ehren, so lange man sie hat, und nicht durch das erleben kurzfristiger Lustbefriedigung aufs Spiel setzen oder durch das Erzeugen von Eifersucht in Zwietracht stürzen.

Erzeuge keinen Mangel und säe keine Zwietracht.

Ursprung: Du sollst nicht stehlen.
Das Anhäufen von Besitz führt nicht zu einer Zufriedenheit, die vergleichbar ist mit der Zufriedenheit, die aus dem Erleben der mystischen Erfahrung, der Verbindung mit dem Kosmos, hervorgehen kann. Jemandem etwas zu stehlen ist in zweierlei Hinsicht unnütz. Zu dem eben gesagten wird noch zusätzlich Zwietracht gesät, oder ein Mangel erzeugt. Auch der, von dem wir stehlen könnten, ist Teil der All-Natur. Wir bestehlen also die All-Natur selbst, deren Teil wir sind. So ist Zwietracht meist das Einzige, was vom Stehlen übrig bleibt.

Benutze Sprache bedacht und aufrichtig.

Ursprung: Du sollst kein falsches Zeugnis geben.
Lebewesen verfügen über die wunderbare Möglichkeit, Erfahrungen Ausdruck zu verleihen. Alle Erfahrungen gehen auf die All-Natur zurück. Man ehrt sie (und damit auch sich selbst und alle anderen ihrer Erscheinungen) am besten, in dem man ihr möglichst authentisch und zu aller Nutzen Ausdruck verleiht. Gibt man sie verzerrt wieder, stört man das Gleichgewicht zur Umwelt dadurch, dass man falsche Vorstellungen von Tatsachen schafft. Verwendet man den verzerrten Ausdruck zur kurzfristigen Vorteilnahme, trifft alles zu, was darüber bereits gesagt ist.

---

Neuen Kommentar schreiben:

Name
E-Mail
http://
Nachricht
  Textile-Hilfe

< Glaubensbekenntnis, moderne Interpretation | Von Idolen und Fetischen und schamanischer Praxis >