Ich bin heute über einen sehr markanten Zusammenhang zwischen der keltischen Dana und der indischen Aditi gestolpert. Beide Göttinen scheinen Erscheinungen zu sein, die aus einer Überlieferung des selben Ursprungs entstammen. Dafür gibt es folgende Indizien:
Dana gilt als die Mutter aller Götter, den “Tuatha de Danaan”. Dana vereinigt die drei Seiten der Schöpfungskraft in einer Dreifaltigkeit von Anu, Dana und Brigit (Greisin, Frau und Jungfrau).
Zu den Tuatha de Danaan zählen:Oengus, Midir, Oghma, Dian Cecht, Cian, Lugh und neben anderen vor allem Dagda. Dagda soll, der Sage nach, zugleich der Vater als auch der Sohn von Dana sein.
Die Rig Veda (10.72) sagt uns, dass die indische Göttin Aditi, die für die Schöpfung des Universums, die Erde und den Himmel sowie die moralische Ordnung steht, Tochter des Daksa und seine Mutter zugleich sei.
Zu den Kindern der Aditi, den “Aditya” zählen:
Amsa, Aryaman, Bhaga, Daksa, Dhatr, Indra, Mitra, Ravi, Savitr, Surya, Varuna und Yama.
Auffällig ist für mich hier nicht nur die Gleichheit der Geschichte—zwei Geschlechter, deren Schöpferin zugleich Mutter als auch Tochter eines Gottes ist, sondern zusätzlich die Ähnlichkeit der Namen Dagda und Daksa.
Gibt es vielleicht noch weitere Beziehungen? Von Midir zu Mitra, oder von Indui zu Indra? Diese Spekualtionen gehen aller Wahrscheinlichkeit nach zu weit.
Aber die Parallelen der beiden Geschichten lassen sich kaum von der Hand weisen.