Zhuangzi - Harry Potter Gegenlektüre · 17. Juli 2005

Lausbubenmagie kann man eigentlich nur mit klassischen Chinesischen Denkern kontern. Zwei davon waren mir schon vorher über den Weg gelaufen: Konfuzius (Kongzi/Kungfutse) und Laotzi (Laotse). Fehlte mir noch einer: Zhuangzi.

Glücklicherweise schenkte mir Marianne vor kurzem zu meinem Geburtstag Marianne die Reclam-Ausgabe mit ausgewählten Werken.


Sein Werk gliedert sich in mehrere Teile:

  • die inneren Kapitel
  • die äußeren Kapitel
  • die vermischten Schriften.

Davon werden nicht alle direkt ihm selbst zugeschrieben.

Dabei erscheint Zhuangzi (Tschuangtse) als der Aufgeklärteste der drei Denker. Anstatt zu politisieren zieht er sich auf einen neutralen Standpunkt zurück, und erscheint manchmal parodierend. Aus dem Vorwort der Reclam-Ausgabe:

Tausend Stücke Gold sind ein großer Gewinn, und die Stellung eines Ministers genießt größtes Ansheen. Aberhabt Ihr nie den Ochsen für das Schlachtopfer in den Vorstädten gesehen? Nachdem man ihn jahrelang gefüttert hat, staffiert man ihn mit prächtigem Schmuck aus, um ihn so in den großen Tempel zu führen.

Ist es erst so weit gekommen, möchte er sich wohl wünschen, ein unbeachtetes Schweinchen zu sein - doch wie könnte das sein? Entfernt euch rasch, mein Herr, und korrumpiert mich nicht! Ich vergnügte mich lieber in einer stinkenden Suhle, als mich vom Herrscher eines Königreichs in Banden halten zu lassen. Solange ich lebe, werde ich kein Amt annehmen, denn gerade so gefällt es mir!

Aus der Wikipedia:

Zhuangzi soll der Schüler des Tian Zi Fang gewesen sein, welcher wiederum der Schüler eines Schülers des Konfuzius war. In seinen Schriften finden sich deswegen an einigen Stellen konfuzianische Züge, insbesondere die Frühlings und Herbstannalen werden mit Achtung erwähnt …

Das Hauptwerk Zhuangzis, das ‘Nan Hua Zhen Jing’ (Das wahre Buch vom südlichen Blütenland), gilt allgemein neben dem Daodejing von Laozi als das zweite Hauptbuch des Daoismus und in ihm wird die daoistische Mystik, die schon im Daodejing anklingt, voll entwickelt …

Im Gegensatz zu Laozi kleidet Zhuangzi seine Meinungen und Erkenntnisse in kunstvoll formulierte Parabeln, kurze Abhandlungen zu philosophischen Problemen und anekdotenhafte Dialoge und Erzählungen …

Die genauen Kenntnisse des Konfuzianismus nutzt Zhuangzi vor allem zu scharfer und pointierter Kritik, so ersinnt Zhuangzi humorvolle Begegnungen zwischen Konfuzius und Laozi, die eine Kritik darstellen am übertriebenen Konvetionalismus und Zeremonialismus der Konfuzianer. Viele der Geschichten rühmen die Nutzlosigkeit und zeigen eine Ablehnung der Kultivierung und darüber hinausgehend werden an vielen Stellen die Konfuzianer mit ihren Regeln und Vorschriften für den bedauernswerten Zustand der Welt verantwortlich gemacht. Die im Zhuangzi erscheinende Zivilisations- und Kulturkritik wurde zu einem wesentlichen Element der chinesischen Geisteswelt und der im Zhuangzi gepriesene Rückzug in die idyllische Natur übte auf die chinesische Gebildetenschicht einen starken Einfluß aus …

Vom Daodejing des Laozi unterscheidet sich Zhuangzi durch eine Ablehnung des Politischen. Die Grundhaltung des Zhuangzi ist die mystische Einheit mit dem Dao und mit allen Dingen und die daraus resultierende Genügsamkeit an sich selbst, aus der jede Kunstfertigkeit und Meisterschaft entspringt und demgemäß spricht Zhuangzi oft die Themen der Einheit, inneren Heiterkeit und Selbstvergessenheit an.

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